Aikido gehört zu den neuen Budo Japans. Es wurde im 20. Jahrhundert von Morihei Ueshiba entwickelt, der verschiedene Jujutsu praktiziert hatte, jedoch eine Übung anstrebte, die nicht auf Selbstverteidigung begrenzt sein sollte, sondern einen Weg der persönlichen Entwicklung eröffnen wollte. Diesen bezeichnete Ueshiba ab ca. 1938 als Aikido. Unter seinem Sohn Kisshomaru wurde Aikido international populär. Aikido ist weltanschaulich offen und eignet sich für Menschen nahezu jeden Alters.

Was lernt man im Aikido?
Bereits die Verbeugung beim Betreten des Übungsraums macht sichtbar, dass es im Aikido um mehr als um Selbstbehauptung geht. Die Einbindung der Übung in spezifische Formen der Etikette ist für alle Arten des Budo wesentlich. Aikido beinhaltet Wurf-und Haltetechniken, die sowohl stehend als auch im Fersensitz ausgeführt werden. Einem Angriff wird nicht Kraft entgegengesetzt, sondern die Verbindung mit dem Angreifer gesucht, um dessen Gleichgewicht zu brechen, seine Kraft zu leiten und den Angriff unwirksam zu machen. Da grundlegende Bewegungsformen des Aikido der japanischen Schwertkunst entstammen, werden zum besseren Verständnis der waffenlosen Techniken, Übungen mit Holzschwert (Bokken) und Stab (Jo) ergänzt. Aikido ist jedoch keine Schwertschule.

Aikido zielt nicht darauf ab, aggressive Kämpfer hervorzubringen, sondern ist bestrebt, Einsicht und Selbstkontrolle zu fördern. Es bietet eine intensive und umfassende körperliche Übung, verzichtet aber auf Wettkämpfe, welche die Leistung einzelner in den Vordergrund stellen und tendenziell Konkurrenz- und Prestigedenken fördern. Jeder soll nach seinen Möglichkeiten gemeinsam mit anderen Fortschritte machen können.*
 
Auch werden die Übenden nicht nach Geschlecht, Alters- oder Gewichtsklassen getrennt. Daher sind Rücksichtnahme und Kooperation im Aikido genauso wichtig, wie Aufmerksamkeit und Konzentration, Disziplin und Durchhaltevermögen. Der Spass kommt, wenn man die Mühe nicht scheut.

Was wird benötigt?
Für den Anfang genügt ein Jogging-Anzug. Ebenso kann ein Keiko-Gi, wie er im Judo oder Karate-Do verwendet wird, genutzt werden. Die Halle kann mit offenen Badeschuhen betreten werden, die dann neben den Matten abgestellt werden.


Wann: regelmäßig samstags
Uhrzeit: 9:30 - 11:30 Uhr
Wo: in der Turnhalle der Turnerschaft
Zielgruppe: Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene
Leitung: Georg Schuster

 

* Dies ist auch ein wesentliches Grundprinzip des Judo: Jita-Kyoei. Ji - man selbst, Ta - der andere, Kyô - gemeinsam, Ei - gedeihen